
Synagoge Laufersweiler: Biografische Erzählungen über das "Unterwegssein"
Date: Sunday, September 6th, 2020
Time: 11am
Address: Kirchgasse 6; 55487 Laufersweiler
"Seit wenigen Wochen erscheint die ehemalige Synagoge Laufersweiler in neuem Gewand. Anlässlich des europäischen Tages der jüdischen Kultur am 6. September lädt der Förderkreis dazu ein, die Neuerungen im Innen- und Außenbereich des Gedenkortes zu erkunden.
Viele Veranstaltungen sowie geplante Begegnungen mussten in den vergangenen Monaten abgesagt werden, angekündigte Besuche blieben leider aus. Doch der Förderkreis beschloss, die verordnete Pause kreativ zu nutzen und sich einer Umgestaltung des Gedenkortes zu widmen. Nach Renovierungsarbeiten an der Fassade des denkmalgeschützten Sakralgebäudes als auch im Gedenkraum erwartet die Besucher nun Einblicke in die Geschichte der jüdischen Gemeinde Laufersweilers in ganz neuer Atmosphäre. Neben der räumlichen Umgestaltung erfuhr die Dauerausstellung in der ehemaligen Synagoge eine inhaltliche Überarbeitung. Seit der Gründung des Förderkreises 1989 war diese annähernd unverändert geblieben. Im Rahmen der Recherchen zur temporären Ausstellung „Erwachet aus dem langen Schlafe – Juden auf dem Lande“ im Hunsrück-Museum Simmern konnten jedoch neue Informationen gewonnen werden. Bisher unberücksichtigtes Material wurde ausgewertet und 13 neue Ausstellungstafeln zeichnen nun ein noch präziseres Bild von dem vergangenen jüdischen Leben in der kleinen Landgemeinde. Ermöglicht wurde diese Überarbeitung durch Fördermittel des Bundesprogramms für ländliche Entwicklung sowie Spenden der KSK Kulturstiftung, der LAG Hunsrück und der Familie Metzen-Wahl aus Wittlich.
Der diesjährige Europäische Tag der Jüdischen Kultur betont das ""Unterwegssein"" als Teil der jüdischen Geschichte und Identität, welches sich in besonderer Weise auch in den Biografien des ländlich geprägten Judentums wiederfindet:
Aus den großen Stadtzentren vertrieben, lebten um 1800 etwa 90% der Juden im deutschsprachigen Raum auf dem Lande. Integriert in die bäuerliche Welt waren sie zugleich bemüht um den Erhalt der eigenen religiösen Traditionen. Vielfach ergriffen sie den Beruf des Händlers und wurden als solche zum Grenzgänger und Verbindungsglied zwischen Stadt und Land. Briefe und Objekte aus der Zeit der nationalsozialistischen Verfolgung erzählen von der Zerstörung dieses Lebens und geben sensible Einblicke in Emigrations- und Fluchtgeschichten, die über Generationen in der Suche und Sehnsucht nach einem Heimatland fortwirken.
Am 6. September wird die ehemalige Synagoge in Laufersweiler von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein und interessierten Besuchern Einblicke in die neue Ausstellung gewähren. Verschiedene Aspekte des „Unterwegsseins“ werden in biografischen Erzählungen über Juden aus dem Hunsrück aufgegriffen. Um 11, 14 und 16 Uhr finden in Kleingruppen begleitete Führungen durch den Erinnerungsort statt.
Der Eintritt ist frei. Bei einem Besuch von Gruppen wird um eine Anmeldung gebeten. "
